Wieder eine Absage? Zu oft den Job gewechselt?

Wieder eine Absage? Vielleicht haben Sie schon zu oft den Job gewechselt 

Kaum ein Arbeitnehmer bleibt heutzutage nach seiner Lehre noch viele Jahre lang in seinem Ausbildungsbetrieb oder arbeitet dort sogar bis zu seinem Ruhestand. Es gibt unzählige Gründe, einen Jobwechsel anzustreben und auch durchzuführen. Viele davon lassen sich schlicht nicht vermeiden. Manchmal sind es persönliche Umstände wie etwa ein anstehender Umzug oder eine betriebsbedingte Kündigung, die uns dazu zwingen, eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Oft ist es aber auch der Wunsch nach Veränderung, besseren Arbeitszeiten oder einem höheren Gehalt, der uns dazu bringt, uns nach einer Alternative umzusehen. Und ab und an wollen wir einfach nur flüchten – vor Kollegen, mit denen wir uns nicht verstehen, langweiligen Aufgaben oder einem Chef, mit dem wir beim besten Willen nicht zurechtkommen.

Wenn Sie dem Drang, wieder einmal Ihren Job wechseln zu wollen, schon öfter nachgegeben haben, kann es Ihnen passieren, dass bei einer erneuten Bewerbung ein ganz bestimmtes Phänomen verstärkt auftritt: Es hagelt massenhaft Absagen. 

 

Häufige Arbeitgeberwechsel – wie oft ist zu oft?

Meist gehören zum Berufsleben eines Arbeitnehmers mehrere Arbeitgeberwechsel, die über die Jahre verteilt stattfinden. Bei größeren Abständen ist daran nichts Ungewöhnliches. Kritisch kann es werden, wenn diese Wechsel sehr häufig und in sehr kurzen Abständen stattfinden. Hier gibt es zwar keine genaue Definition; als Maßstab lässt sich aber sagen, dass eine Verweildauer von unter 2 bis 3 Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber schon als kurz bezeichnet werden kann. Sollte Ihr Lebenslauf also mehrere solcher „Kurzaufenthalte“ aufweisen oder gar solche, die nur ein paar Wochen oder Monate angedauert haben, werden Personaler Sie vermutlich als sogenannten Vielwechsler oder Jobhopper einstufen – und die sind in der Regel nicht gern gesehen.

 

Jobhopping wirkt auf Personaler abschreckend

Wenn Ihre Bewerbung den Anschein erweckt, dass Sie Jobhopping betreiben, haben Sie schlechte Karten, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Denn der entscheidende Personaler wird gleich vermuten, dass Sie im Falle einer Anstellung wieder nur für kurze Zeit im Unternehmen verbleiben würden und er Ihre Stelle schon bald wieder neu besetzen muss. Neben dieser größten Sorge werden ihn aber auch noch weitere Vermutungen davon abhalten, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Denn Vielwechsler gelten häufig als nicht anpassungsfähig, unzuverlässig und sprunghaft. Zudem wird ihnen nachgesagt, dass es ihnen an Durchhaltevermögen, Loyalität, Stressresistenz und Teamfähigkeit mangelt. Und so jemanden wünscht sich nun mal niemand in den eigenen Reihen. Abgesehen davon: Jemanden einzuarbeiten, der möglicherweise nach ein paar Monaten schon wieder kündigt, bedeutet für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter immer umsonst betriebenen Aufwand und immensen Zeitverlust.

 

Arbeitgeberwechsel im Lebenslauf richtig darstellen

Nehmen wir einmal an, Sie haben schon einige Jobwechsel hinter sich und möchten nicht riskieren, dass Ihre Bewerbung aufgrund dieser Tatsache gleich aussortiert wird. Dann müssen Sie sich bei der Gestaltung Ihres Lebenslaufes besonders viel Mühe geben. Hierzu stehen Ihnen unterschiedliche Mittel zur Verfügung:

 

  • Die Angaben in Ihrem Lebenslauf sollten selbstverständlich immer wahrheitsgemäß und möglichst lückenlos sein. Besonders kurze Beschäftigungszeiten von wenigen Wochen bei einem Arbeitgeber dürfen Sie aber aussparen. 

 

  • Besser als die ein oder andere Station nicht zu erwähnen (Lücken führen spätestens im Vorstellungsgespräch häufig zu Rückfragen) ist es, wenn Sie sehr ähnliche Tätigkeiten in Ihrem Lebenslauf zusammenfassen. Dies gelingt Ihnen gut, indem Sie einen tabellarischen Lebenslauf anlegen. Schreiben Sie in die linke Spalte Ihre Arbeitgeber und die jeweiligen Zeiten, in denen Sie bei diesen beschäftigt waren. Die rechte Spalte füllen Sie mit Aufgaben, für die Sie bei diesen Arbeitgebern verantwortlich waren. So lässt sich zumindest an dieser rechten Spalte eine Kontinuität ablesen, die zeigt, dass Sie trotz mehrerer Arbeitgeber in bestimmten Bereichen einen fundierten Erfahrungsschatz mitbringen.

 

  • Gut ist es auch, wenn Sie besonders relevante Stichworte hervorheben, indem Sie sie unterstreichen oder fett markieren. Dies können Kompetenzen oder Erfahrungen sein, die für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, besonders wichtig sind. So lenken Sie die Aufmerksamkeit des Personalentscheiders weg von Ihren Jobwechseln hin zu den Fertigkeiten, die Sie anzubieten haben.

 

  • An den Stellen, an denen Sie Ihre jeweiligen Arbeitgeberwechsel plausibel begründen können, sollten Sie dies in jedem Fall auch tun. Ein umzugsbedingter Jobwechsel oder eine betriebsbedingte Kündigung sind einleuchtende Erklärungen und sollten jeden Personaler zufriedenstellen. Ein kurzer Hinweis hierzu unter der betreffenden Station Ihrer Berufslaufbahn genügt schon.

 

Tipp: Nutzen Sie auch das Anschreiben, um eine kurze Erklärung zu Ihrer bisher bewegten Berufslaufbahn abzugeben. Oder noch besser: Erläutern Sie im Anschreiben, warum Sie Ihre Stelle jetzt erneut wechseln möchten und verdeutlichen Sie Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber, dass Sie für die Zukunft eine langfristige Beschäftigung anstreben.

 

Bereiten Sie sich auf Rückfragen im Vorstellungsgespräch vor

Sie haben trotz vieler Arbeitgeberwechsel die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten? Dann können Sie erst einmal kurz aufatmen – zumindest bis zu Ihrem Termin. Auf den sollten Sie sich jedoch schon einmal gut vorbereiten. Denn voraussichtlich kommen in diesem Gespräch noch ein paar Rückfragen auf Sie zu, auch wenn Sie in Ihrem Lebenslauf und im Anschreiben bereits nachvollziehbare Begründungen geliefert haben. Um das Vorstellungsgespräch gut zu meistern, sollten Sie deshalb ein paar Dinge beherzigen:

 

1. Ihre Aussagen sollten sich unbedingt mit den Angaben in Ihrem Lebenslauf decken. Widersprüche könnten Ihrer Glaubwürdigkeit schaden und Ihr Gegenüber misstrauisch machen.

2. Sprechen Sie nur Dinge an, nach denen Sie auch gefragt werden. Zusatzinformationen, nach denen nicht verlangt wird, können zu unnötigen weiteren Rückfragen führen.

3. Äußern Sie sich nicht abfällig über ehemalige Kollegen oder Vorgesetzte. Das wirft ein schlechtes Licht auf Sie und lässt Sie unsachlich und illoyal wirken.

4. Vermeiden Sie es, sich als Opfer darzustellen, das gar keine andere Wahl hatte, als sich permanent nach neuen Jobs umzusehen. Das wirkt, als würden Sie bei jeder noch so kleinen Unannehmlichkeit gleich die Flucht ergreifen.

 

Tipp: Ehrlichkeit kann Wunder bewirken. Wenn Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie in beruflicher Hinsicht bisher vielleicht etwas zu sprunghaft waren, geben Sie es offen zu. Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner, warum er darauf vertrauen darf, dass Sie nun nach einer langfristigen Perspektive suchen. Ihre Aussage sollte aber nicht allzu sehr nach einem Schuldeingeständnis oder übertriebener Reumütigkeit klingen, sondern eher nach gesunder Selbstreflexion.

 

Ihre Bewerbung auf die Stelle:

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